Makaronesien umfasst die Inselgruppen vulkanischen Ursprungs im östlichen Zentralatlantik. Trotz der großen Entfernungen herrschen Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Inseln hinsichtlich ihrer Flora und Fauna. Alle Inseln waren zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung unbewohnt.
Azoren, Madeira, Kanaren und Kapverden
Unser hauptsächliches Ziel sind diesmal die Azoren. Sie liegen weit verloren im Atlantischen Ozean, wohl auch deshalb kaum erfasst vom Radar des Tourismus. Diese neun sehr authentischen Inseln blicken auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Gepaart mit grünen vulkanischen Kontrasten, weiten Panoramen und heißen Quellen wollen wir die historischen Inseln erkunden.
Anschließend machen wir einen Stop auf Madeira, bevor wir die Küsten der Kanaren und der Kapverden erkunden, um uns dann abschließend in das Getümmel von Dakar, der Hauptstadt des Senegals, zu stürzen.

Lissabon

Wir starten in Lissabon. Um unnötigen Stress zu vermeiden, reisen wir schon früher an und so haben wir zwei wunderschöne Tage der Hauptstadt Portugals.
Azoren

Die Azoren – bekannt durch das in der Umgebung fast immer anzutreffende Hochdruckgebiet – sind eine Inselgruppe auf dem mittelatlantischen Rücken, rund 1.600 km von Portugal entfernt. Portugiesische Seefahrer entdeckten die mit dichtem Wald bedeckten Inseln im 15. Jhd.
Heute lebt die Hälfte der Bevölkerung von Landwirtschaft und Fischerei. Die zahlreichen kulturhistorischen Bauten zeugen von der einstigen Bedeutung als Drehscheibe der Schifffahrt im Zeitalter der Entdecker. Auch heute sind die Azoren ein beliebter Zwischenstopp für Segler.
Zu Beginn gibt es aber erst einmal die üblichen guten und schlechten Nachrichten. Wir erfahren, dass wir unseren Zielhafen Dakar nicht anlaufen dürfen. Tragisch? Nein, denn so bleiben wir einen Tag länger auf den Kapverden und fliegen anschließend mit einem Charterflug nach Dakar. Vielleicht ist es so sogar schöner!
Uns begleitet ein Expedition Team von ca. 20 Personen bestehend aus erfahrenen Guides, die eine Vielzahl an Sprachen und Sportarten beherrschen. Vor allem haben wir sie als erfahrene Zodiac Fahrer kennengelernt.
Gleichzeitig stehen sie als Lektoren oder als Experten:
– Meeresbiologen
– Ornithologen
– Biologen
– Fotografen und eine Filmproduzentin mit einem Fotostudio an Bord
– Kunst- und Kulturexperten
– Geologen
– Historiker
an Bord und auf den Touren zur Verfügung. Darüber hinaus sind lokale Insider jeweils für zur Erkundung der einzelnen Regionen (Azoren, Madeira, Kanaren, Kapverden) an Bord. Wir sind ja auf einem Expeditionsschiff!
Madeira
Bizarre Gebirgslandschaften mit tief eingeschnittenen Tälern und eine reiche Pflanzenwelt prägen das Landschaftsbild Madeiras. 1000 km von Lissabon und 600km von Westküste Marokkos entfernt bildet die Vulkaninsel zusammen mit Porto Santo die portugiesische autonome Region Madeira.
Dem ganzjährig milden Klima und Niederschlag bringende Passatwinde verdankt die Hauptinsel ihre üppige Vegetation. Vor der Kolonisation war die Insel (Holzinsel) überzogen mit dichten Wäldern. Es wurden Kanäle (Levadas) zur Bewässerung des trockeneren Süden angelegt, um dort Zuckerrohr, Bananen und Wein anzubauen.
Die Hauptstadt Funchal ist auf Tourismus ausgerichtet, seit der Flughafen Anfang der 60er Jahre eröffnet wurde.
Kanarische Inseln

Die Kanaren vor der Nordwestküste Afrikas bestehen aus 7 größeren und 6 kleineren Inseln und bilden eine eigene spanische Region mit der Hauptstadt Las Palmas auf Gran Canaria. Bewohnt sind Teneriffa, Gran Canaria, Gomera, La Palma, Hierro, Fuerteventura, Lanzarote und Graciosa.
Ein ungewöhnlich gleichmäßiges Klima mit milden Wintern und gemäßigten Sommern zeichnet die Inselgruppe aus.
Unsere Reise führt uns nach La Palma und nach Gomera.
Kapverden

Die kapverdischen Inseln liegen in Form eines 250km langen Hufeisens im Atlantik rund 600 km von der senegalesischen Küste entfernt. Sie gliedern sich in die vom Nordostpassat beeinflusste nördliche Gruppe (über dem Winde, Barlavento) und die südliche Gruppe der Inseln unter dem Winde (Sotavento). Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, einen aktiven Vulkan gibt es nur noch auf Fogo.
Von den zehn größeren Inseln sind 9 bewohnt. Die Kolonialmacht Portugal hat die Inselgruppe als Sklaven Umschlagplatz für Westafrika genutzt.
Die Bevölkerung der zur Zeit der Entdeckung unbewohnten Inseln ist aus einer Mischung weißer Zuwanderer (Piraten, Seeleute, Walfänger) und aus den Guinealändern verschleppter Sklaven entstanden. Weit verbreitet ist daher auch das Kreol, hier „Crioulo“ genannt.
1951 proklamierte Kap Verde die Unabhängigkeit. Währung ist der Escudo.
Fast die Hälfte der 500.000 Kapverdier leben auf der Insel Santiago und in der Hauptstadt Praia mit ca. 200.000 Einwohnern. Die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse führten in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts zu großen Auswanderungswellen vor allem nach USA, Europa und Brasilien (wahrscheinlich der Sprache wegen). Insgesamt leben inzwischen mehr als die Hälfte der Kapverdier im Ausland.
Der Naturhafen Mindelo auf der Insel Saõ Vicente liegt in strategisch günstiger Lage zwischen London, New York, Kapstadt und Rio de Janeiro und hatte sich in Zeiten der Dampfschifffahrt zu einer blühenden Handelsstadt entwickelt. Mit dem Aufkommen des Dieselöls begann in den 30er Jahren der Niedergang. Heute bestimmen Atlantiküberquerer, Kreuzfahrtschiffe und Schiffe des Welternährungsprogramms das Bild. Zwischen Saõ Vicente und dem brasilianischen Natal dauert die Atlantiküberquerung nur 4 Tage; da waren die Portugiesen den Spaniern (die von den Kanaren nach Mittelamerika segelten) im Vorteil.

