Wir fahren auf der Hauptstraße von Amman in Richtung Jerusalem.
Seit Ende des Krieges 1967 ist die historische Straße kurz vor dem Jordan gesperrt; es gibt nur noch einen entfernten Grenzübergang. Die Straße nutzten früher neben dem Güterverkehr die zahlreichen Pilger, die von Jerusalem aus nach Bethanien oder/und zum Berg Nebo wanderten.


Auf dem Weg passieren wir den Level Zero, d.h. wir befinden uns auf dem Level des Meeresspiegels und fahren ab jetzt in die Tiefe hinunter zum Jordan, der ca. 400 m unter dem Meeresspiegel liegt.
Bärbel wollte sich auf den heutigen Tag besonders gut vorbereitet und hat deshalb im Vorfeld die Kinderbibel gelesen. Allerdings waren ihr die Geschichten etwas zu grausam und so hat Sie doch lieber weiter mit ihrem Mankell beschäftigt.
Nördlich von Amman an einer Flussschleife des Jordan, gegenüber von Jericho (Israel), befindet sich Al-Maghtas (Bethanien), der vermeintliche Ort an dem Jesus von Johannes dem Täufer getauft wurde.
Es geschah in Bethanien, auf der anderen Seite des Jordans, wo Johannes taufte
(Joh 1,28)


Wir nähern uns der Taufstätte. Uns fällt auf, dass es hier sehr viele Kirchen gibt.
Der Jordan ist hier nur noch ein kleiner Bach. Gründe hierfür sind die Wasserentnahmen im Libanon und in Syrien und natürlich die zunehmende Trockenheit.


Intensive Ausgrabungen konnten hier erst seit 1994 stattfinden, nach dem Friedensschluss mit Israel und die Aufhebung des militärischen Sperrgebiets.
Seitdem wurden mehrere frühchristliche Kirchen, ein Kloster und das Taufbecken freigelegt. Das Bild zeigt, wie damals das Taufbeckrn mit dem Jordan verbunden war.


Der Jordan bildet hier die Grenze zu Israel nahe Jericho. Wir haben Glück und können auf der isrealischen Seite eine Taufzeremonie beobachten.




Auf dem Rückweg besichtigen wir noch kurz eine Orthodoxe Kirche. Im Inneren arbeitet eine Klimaanlage auf Hochtouren und schafft immerhin 27 Grad. Wir konnten uns kaum vorstellen, dass 27 Grad so kalt sein können, denn draußen haben wir über 40 Grad.
Berg Nebo
Wir verlassen die Jordanebene und fahren in die Berge. Die Gegend ist sehr trocken, aber es gibt immer wieder kleine Oasen, Häuser oder Buduinenzelte.






Nach biblischer Überlieferung soll Moses vom Berg Nebo aus er aus das „Gelobte Land“ gesehen haben und hier begraben sein. Seit dem 4. Jhd. gilt der Berg als universeller Wallfahrtsort, den auch schon Papst Johannes Paul II. In 2000 besucht und zum katholischen Wallfahrtsort erhoben hat.
Der Blick vom 840m hohen Berg Nebo verspricht einen großartigen Blick auf das Jordantal und die Abhänge des Jordangrabens, der Teil des African Rift Valley ist und seine Fortsetzung im Roten Meer und Tansania bis nach Südafrika erfährt. Bei klarer Sicht kann man über das Tote Meer hinweg bis nach Jericho blicken. Wir haben allerdings aufgrund des Dunstes nur das Tote Meer gesehen. Wir hoffen, Moses hatte eine klarereSicht, als er den Berg Nebo bestieg.



In der gesamten Umgebung vom Mount Nebo findet man viele Kirchen aus der byzantinischen Zeit. Man hat viele gut erhaltene Mosaike gefunden, eines sogar mit Tier- und Menschendarstellung. Dieses Mosaik hat man mit einem neuen überdeckt, vielleicht um es zu schützen oder weil die Darstellung von Tier und Mensch nicht mehr erlaubt/gewollt war. Die beiden Mosaike sind heute in der Franziskaner-Klosterkirche ausgestellt.




Unsere nächste Station ist Madaba, die Stadt der Mosaike. Sie liegt an der Königsstrasse. Sie war bereits schon rund 1000 v Chr. als Mebda in der hebräischen Bibel bekannt. Sie ist berühmt für ihre aus byzantinischer Zeit stammenden Mosaike.
Die berühmte byzantinische Mosaiklandkarte von Palästina stammt aus dem 6.Jhd und befindet sich noch heute an ihrem ursprünglichen Platz auf dem Boden der griechisch-orthodoxen St. Georgs-Kirche. Diese Landkarte zeigt das heilige Land zur byzantinischen Zeit.




