
Wir legen in Semarang an, der Hauptstadt der Provinz Zentral Java an der Nordküste. Semarang war zu Kolonialzeiten ein wichtiger Küstenstützpunkt der Niederländer und die Altstadt hat heute noch das Flair der Kolonialzeit. Nach wie vor befinden sich noch holländische Warenlager, vor allem für Tabak, in der Stadt.
Unser Ziel ist der Besuch der weltweit größten Buddhistischen Tempelanlage im Süden von Zentraljava: Borobodur. Dazu müssen wir allerdings über 3 Stunden Fahrt quer durch die Insel in Kauf nehmen. Wir erreichen das Ziel in dieser Zeit nur deshalb einigermaßen pünktlich, weil wir durch eine Polizeieskorte geführt wurden. Rote Ampeln haben für uns keine Bedeutung und so manches Mal bremsen wir den Verkehr komplett aus, weil wir auf der Gegenfahrbahn unterwegs sind (zweites Bild, erste Reihe).




Vorbei geht es an Reisfeldern und wunderbarer Landschaft zu unserem Ziel: Borobudur.






Borobudur stellt das weltweit schönste Beispiel buddhistischer Sakralarchitektur dar und gehört seit 1973 zum UNESCO Weltkulturerbe. Der von der Syailendra-Dynastie erbaute Lotus-Tempel wurde mit seinen 123 Quadratmeter im 9. Jahrhundert fertiggestellt.
Die 9-stöckige Stufenpyramide mit einem quadratischen Grundriss von 123m Seitenlänge wurde um 800 aus mehr als 2 Mio. Steinquadern über einem Erdhügel errichtet. Sieben Terrassen, die unteren vier quadratisch, die oberen rund, sind in den vier Himmelsrichtungen durch Treppen miteinander verbunden und gipfeln in einem 34 m hohen Zentralstupa.

Borobudur war etwa 150 Jahre lang das spirituelle Zentrum des Buddhismus auf Java, bevor der benachbarte Berg Merapi 1006 ausbrach und die Vulkanasche den monumentalen Komplex jahrhundertelang verbarg. Erst Raffles entdeckte die Überreste 1814. Erst in den 1970er Jahren wurden erste Restaurierungen durchgeführt. Der heutige Zustand wurde allerdings mit UNESCO Mitteln erst 1983 abgeschlossen.
Pilger können im Uhrzeigersinn von der untersten Ebene nach oben Galerien von über 1.300 in Stein gehauenen Wandreliefs betrachten, die die Geschichte des Siddharta Gautama auf dem Weg zum Nirwana – und dann als Buddha – darstellen.
Wir wählen die Treppen und klettern trotz feuchter Hitze über 150 Stufen hoch zur Haupt-Stupa. Auf der mittleren Ebene machen wir eine Pause und besichtigen einige Reliefs.



Die drei höchsten Terrassen sind rund und haben keine Außenwände. Hier befinden sich 72 durchbrochene Stupas, in deren Innern sich jeweils eine Buddha-Statue befindet. Die klare Form der unverzierten Haupt-Stupa symbolisiert die Erleuchtung, das Nirwana.

