Cartagena

Cartagena mit etwas über 1 Mio Einwohner liegt an der Karibikküste im Norden des Landes mit Zugang sowohl zum offenen Meer als auch zur Bahía de Cartagena de Indias. Diese Lage war im 16. Und 17. Jhd. idealer Startpunkt zur Atlantiküberquerung für Segelschiffe mit Ziel Europa und damit auch bedeutender Zoll- und Verpflegungshafen für den Sklavenhandel.

Cartagena ist eine der ersten spanischen  Stadtgründungen im Norden Südamerikas (1533) und war die erste Hauptstadt und bedeutendste Handelsstadt der spanischen Kolonie Neugranada. Cartagena war eine wichtige Zwischenstation der spanischen Silberflotte, die zweimal jährlich von Sevilla hierher kam, um spanische Waren wie Waffen, Rüstungen, Werkzeug, Textilien und Pferde zu vermarkten und Gold, Silber, Perlen und Edelsteine zu laden.

Im Jahre 1810 erklärte der Befreier Südamerikas, Simón Bolívar, unter dem Eindruck der französischen Revolution und der napoleonischen Besatzung des Mutterlandes Spanien, erstmals die Unabhängigkeit der Kolonie Neugranada mit Cartagena.

Parque Bolivar mit Statue des Freiheitskämpfers, die 1896 in München gegossen wurde. Daneben steht die Casa de Inquisicíon, ein architektonisches Meisterwerk im andalusischen Stil. Das Museum Histórice de Cartaena zeigt im Schwerpunkt den Sklavenhandel und präkolumbianische Kulturen der Region Bolivar.

Noch heute zeigt  Cartagena ihre historischen Hafen- anlagen und imposanten Befestigungen mit dem Castillo San Felipe de Barajas. 

Die Stadtbefestigung ist etwa 14 km lang und bis auf 3 km vollständig erhalten. 

Lange Jahre stand Cartagena für ein klassisches Urlaubsziel mit Strand, Sonne und Parties. Die riesigen Kettenhotels zeugen noch heute davon. 

Das Centro Storico verfiel zusehends. Dies änderte sich 1984, als die Altstadt zum Unesco Weltkulturerbe ernannt wurde. Dadurch wurden Investoren, speziell auch die internationalen Hotelketten, angelockt, die die verfallenen Villen aufkauften und aufwändig renovierten. 

Wir beginnen unsere Tour im Stadtteil Getsemani, früher das ärmlichere Viertel, das vor wenigen Jahren noch als besonders kriminell und gefährlich galt. Heute hat sich das Viertel zu einem multikulti Künstlerviertel entwickelt und zahlreiche Touristen schlendern durch ihre engen Gassen mit bunten Häusern und besuchen die kleinen, idyllischen Plätze.

Ein Mural wurde zu Ehren Gabriel Garcia Marquéz geschaffen. 

Viele kostümierte Costaños (Einwohner Cartagena) verdienen sich durch Fotos ein kleines Zubrot. Auch finden wir überall Obsthändler, die alle möglichen Saftmischungen anbieten.

San Diego ist ein gehobenes Stadtviertel (Mittelstand). Hier wurde die frühere Stierkampfarena in ein Event- und Einkaufsmall umgewandelt – extrem edel! 

Das Centro war früher das vornehme Viertel. Hier findet man die beeindruckensten Gebäude und Plätze.

Plaza De La Merced mit Theater Heredia, früher eine Kirche, die 1998 zu einem Kulrutcenter restauriert wurde.

Der Torre de Reloj ist der Torbogen mit dem neugotischem Glockenturm, der im 19. Jhd. auf die Stadtmauer gesetzt wurde. Durch diesen Zugang zum Meer wurden früher Waren und Sklaven in die Stadt gebracht.

Auf dem Plaza San Pedro Claver tobt abends das Leben. Hier befindet sich die jesuitische Kirche mit Kloster, benannt nach dem jesuitischen Missionar Petro Claver, der sich für afrikanische Sklaven aufopferte. Hier machen wir eine verdiente Kaffeepause.

  

Wir bummeln gemütlich, wenn auch etwas müde nach 4 Stunden Stadtrundgang, weiter durch das Zentrum. Immer wieder sehen wir den Turm der Kathedrale durch die Gassen.

Auf dem Plaza Fernández de Madrid steht die Statue des Nationalhelden, der sich zum Zeitpunkt der Conquista für Neugranada gekämpft hat.

Wir genehmigen uns auf diesem schönen, schattigen Platz eine kleine, weitere Erfrischung.

Unser Hotel liegt im alten Zentrum und befindet sich in einem alten Kolonialhaus. Es hat einen schönen Innenhof, in dem wir frühstücken und zu Abend essen können. Auf der Dachterrasse befindet sich ein Pool.

In Cartagena gehen wir auf’s Schiff. Am Kreuzfahrtterminal hören wir bekanntes Krächzen. Hinter einer Hecke entdecken wir viele Papageien. Sie wurden in Cartagena eingefangen, wo sie sich nur mehr schlecht als recht ernähren konnten. Hier leben sie in völliger Freiheit mit ihren Artgenossen zusammen und da sie hier gefüttert werden, bleiben sie auch hier.

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