Exkurs Drogenkartelle

Kolumbien war ab den 60er Jahren durch die außergewöhnliche Brutalität der Drogenkartelle in Verruf geraten. Das illegale Drogengeschäft gilt nach wie vor als einer der größten Wirtschaftszweige weltweit. 

Die Menschen in den Anden nutzen die Blätter des Kokastrauches zur Stärkung, Heilung und spirituellen Erleuchtung. Mitte des 19.Jahrhunderts gelingt es Chemikern, den Wirkstoff der Pflanze zu isolieren – dem Kokain.

Kokain entwickelte sich bereits im 19.Jahrhundert speziell in Nordamerika zunächst als Stimmungsaufhelle und Partydroge. Es galt als die harmlose Variante im Vergleich zu Marihuana und Heroin. Die wachsende Nachfrage in den USA führt zu einem sich schnell entwickelten Wrtschaftszweig. In Miami brachte 1KG Kokain 35.000 USD ein, ein Vielfaches des kolumbianischen Preises. Das Kokaingeschäft versprach enorm hohe Gewinne und führte zu extrem brutal agierenden Drogen-Kartellen, die riesige Mengen Kokain in die USA brachten und am Ende die kleinen Dealer an New Yorks Straßen belieferten. 

Erst Richard Nixon sagte 1971 dem Rauschmittelmissbrauch den Kampf an – allerdings über Jahrzehnte nahezu ein aussichtsloser Kampf gegen die Dealer.

Das Medellín Kartell gehörte in den 1970er Jahren zu den weltweit größten und bekanntesten Organisationen, das von Griselda Blanco („schwarze Witwe“) aufgebaut und das dann später von dem international bekannten Pablo Escobar übernommen wurde. Pablo Escobar baute in den 70er Jahren ein millardenschweres Kokain Imperium auf und führte einen scrupellosen Krieg gegen den kolumbianischen Staat und allen Personen, die seinen Plänen im Wege standen. Trotzdem verehren ihn viele Landsleute noch heute, da er grundsätzlich der Freund der armen und ihn unterstützenden Leute blieb und als „Robin Hood“ Häuser, Schulen und Sportanlagen in Brennpunkten förderte.

So galten Medellín und Cali in den 80er Jahren als die gefährlichsten Städte der Welt. Er schmuggelte zu dem Zeitpunkt tonnenweise Kokain – viel über Mexiko – in die USA. Alles lief nach dem Motto: Plata o Plomo (wer Bestechung ablehnt, wird getötet).

Es gab mehrere Routen („Kokain Express“), die das Kokain in Richtung USA nahm. Zunächst über die Bahamas durch Frachtmaschinen nach Florida, später über Puerto Rico sowie über Panama und Costa Rica.

Auch nach dem Tod von Escobar 1993 bliebt die Mordrate durch Rivalitäten und Nachfolgekämpfe der Kartelle untereinander hoch.