Anreise
Wir können uns noch gut daran erinnern, wie wir früher euphorisch und gespannt unseren Reisen entgegengesehen hatten. Wir packten die Koffer und wenn wir die Wohnung verließen, begann der Urlaub. Das hat sich deutlich geändert, denn heute beginnt der Urlaub erst so richtig am Zielort, weil die Anreisen mit ihren Unwägbarkeiten es inzwischen in sich haben. Nicht die Taxifahrt zum Bahnhof macht uns Sorge, sondern die Anreise zum Flughafen Frankfurt mit der Bahn. Denn es regiert ja Magier Weselski, genauesten darauf achtend, dass die Beschäftigten der Bahn nicht zu viel arbeiten und wenn sie mal arbeiten, dann zumindest für einen guten Lohn. Dass er mit dieser Taktik die Personalkosten der Bahn auf nicht mehr konkurrenzfähige Höhen treibt, scheint ihn nicht zu stören, selbst wenn dadurch die Bahn bei Ausschreibungen permanent zweiter oder dritter Sieger wird. Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, der Gefahr von zu viel Arbeit zu begegnen. Heute hoffen wir, dass der Magier nicht wieder einen neuen Grund aus seinem Hut zaubert, die Arbeitszeit für die Bahnbeschäftigten auf null zu setzen mit dem Effekt, dass wir unsere Anreise nach Frankfurt kurzfristig völlig neu planen müssen.
Aber auch die Flüge haben es in sich. Hoffentlich ist die Crew gesund, das Bodenpersonal gut gelaunt und es ist kein Nebel. Meine Erfahrungen der letzten Wochen sind nämlich katastrophal. Verspätungen im innerdeutschen Flugverkehr von bis zu zweieinhalb Stunden egal mit welcher Linie waren keine Seltenheit. Aber die Fluggesellschaften haben vorgesorgt. Kaum ist man endlich an Bord beginnt Captains Märchenstunde. Mit: heute ist der Nebel Schuld an unserer Verspätung, erläuterte neulich einer der Märchenerzähler den verspäteten Abflug. Aber vor Ort in Berlin war kein Nebel. Den hatte ich noch letztens in Nürnberg. Von der Landebahn aus konnte man das Terminal oder das andere Ende der Landebahn kaum erkennen. Aber wir hatten nur zehn Minuten Verspätung. Na ja, wie auch immer, heute geht unser Flieger pünktlich.
Natürlich gibt es auch diesmal Überraschungen. Die Zolloptimierung in ZA verlangt, dass wir in JoBurg unser Gepäck entgegennehmen, dann durch den Zoll bringen und anschließend wieder einchecken müssen. Das ist an sich ja kein Problem, wäre da nicht die endlose Schlange an der Passkontrolle. Aber für erfahrene Weltenbummler ist auch das kein Problem. Sofort beginnt das Schlangenwechselspiel mit professionellem Überwinden der Absperrungen, nicht immer erfolgreich, aber letztendlich bringt der fünfte Anlauf mit viel Überzeugungsarbeit den gewünschten Erfolg.
Pünktlich erreichen wir unseren Anschlussflug und angekommen in Durban übernehmen wir unser Auto und starten endlich in unseren Urlaub …
Der erste Eindruck zählt

… es ist wie so häufig im Leben – der erste Eindruck ist entscheidend. Kaum sind wir gelandet, steht der Besuch der Keramikabteilung an. Ein bestens gelaunter junger Schwarzer empfing mich mit: Welcome to my office und erläuterte mir alle facilities. Dazu sang er die ganze Zeit und fragte natürlich regelmäßig, ob alles in Ordnung ist und ob ich noch etwas benötige. Offengestanden, er hatte ein sehr schönes, vor allem sehr sauberes Office. Ich hatte fast den Eindruck, er war sehr stolz auf seinen Arbeitsplatz.
Kaum hatten wir die Sicherheitskontrolle passiert, kamen wir am Schuhputzer-Gate nicht ungeschoren vorbei. Die Schuhputzer empfingen uns persönlich, was schon wichtig war, denn mit ungeputzten Schuhen darf man das Land ja nicht betreten. Gestenreich erklärte sie uns, dass die zehn Minuten bis zum boarden völlig ausreichend sind. Und sie hatten recht. Mit super geputzten Schuhen traten wir unsere letzte Etappe nach Durban an.
Was für ein Empfang – jetzt kann der Urlaub nur noch super werden …
Unsere Route

Wir starten in Durban. Unsere erste Station ist Shakaland im Land der Zulus. Danach geht es weiter zum Hluhluwe-Imfolozi Nationalpark. Nächstes Ziel ist St. Lucia am Eingang zum iSimangaliso Wetland Park. Anschließend wartet auf uns der Höhepunkt unserer Reise, die Mkuze Falls Private Game Reserve. Über die Drakensberge fahren wir schließlich nach Johannisburg, dem Endpunkt unserer Reise.