Fahrt nach Phonsavan
Die Fahrt führt uns über 360 km in die Hochebene bei Phonsan im Region Xieng Khouang an der vietnamesischen Grenze. 6 Stunden wird die Reise dauern. Sie wird uns vor Augen führen, wa rum Laos zu 80% aus teilweise nur schwer zugänglichem Bergland besteht. Ein Pass folgt dem nächsten, eine Schlucht der anderen. Die Straße ist eine Katastrophe, übersäät mit Schlaglöchern und immer wieder ist sie lediglich eine Schotterpiste, da Regen und Bergrutsche die Straße weggespült haben oder sie durch die schweren und großen LKW‘s zerstört wurde.









Wir fahren durch viele Bergdörfer …





Regelmäßig passieren wir Baustellen der Chinesen zum Bau der Schnellbahnstrecke nach Singapur. Die Chinesen engagieren sich hier aber nicht nur beim Bau von Verkehrswegen, sondern auch beim Bau von Staudämmen. Viele neue Staudämme sind noch geplant, wobei die Auswirkungen auf die Ökologie nicht abgeschätzt werden können.


Wir folgen zunächst der Route 13 und erreichen gegen Mittag Pou Khoun, einen typischer Verkehrsknotenpunkt. Mitten auf der zentralen Kreuzung der beiden Nationalstraßen steht ein Minarett ähnlicher Lautsprecherturm und beschallt die Kreuzung mit dem richtigen, vermutlich sozialistischen Radiosender.




Hier machen wir unser Lunch- Break Mit einer sehr schmackhaften Suppe in einem landestypischen Restaurant.



Dann geht es weiter auf der besser ausgebauten Route 7 und wir erreichen die Hochebene von Xieng Khouang, das am meisten bombardierte Gebiet während des Vietnamkriegs. Diese Hochebene war die Hochburg der Pathet-Lao Bewegung, die den Vietkong im Vietnamkrieg unterstützt haben. Außerdem verlief im Osten der Ho-Chi-Minh Pfad, der zentrale Nachschubweg der Nordvietnamesen. Hier warfen die Amerikaner mehr Bomben ab, als alle Mächte im 2. Weltkrieg zusammen. Kein Stein blieb auf dem anderen, alle Dörfer wurden zerstört. Trotzdem konnten die Amerikaner die Nachschubwege des Vietkong nicht vollständig zerstören und die Pathet-Lao besiegen.
Wir besuchen eine Höhle mit einem großen Buddha, die zu Kriegszeiten als Lazarett genutzt worden war. Es gibt viele Höhlen in dieser Gegend, die zu Kriegszeiten für die Bevölkerung als Unterschlupf dienten.



Phonsavan und Muang Khun
Phonsavan, die Hauptstadt der Provinz Xieng Khouang, wurde im Krieg total zerstört und an der heutigen Stelle, 30 km weiter, wiederaufgebaut. Am ursprünglichen Ort entstand das Städchen Muang Khun. Wir besuchen die Übereste des Tempels Wat Phiawat. Nur die große Buddha Statue hat das Bombardement einigermaßen überstanden.


Anschließend besichtigen wir einen weiteren der wenigen für die Provinz typischen Tempel im Xieng-Khouang-Stil, die den Vietnamkrieg überstanden haben. Überlebt hat die grau-schwarze Ziegelstein-Stupa That Dam.




Die Ebene der Tonkrüge (Plain of Jars)
Die Ebene der Tonkrüge ist ein riesiges archäologisches Gebiet, welches von hunderten mysteriösen 2000 Jahre alten Steinkrügen unterschoedlichster Größe übersät ist. Die Größe der Steinkrüge variiert zwischen 70 cm und 4 m Höhe. Die Wahrheit ihrer Herkunft und Bedeutung ist aktuell noch unbekannt. Laos bewirbt sich darum, dieses Gebiet als Weltkulturerbe anerkannt zu bekommen.





Von den über ein Dutzend Gebieten sind nur 3 für Besichtigungen freigegeben, da die anderen heute noch nicht von Bomben und Sprengkörper geräumt sind. Der Vietnamkrieg begegnet uns hier auf allen Wegen. Gesperrte Gebiete und Kriegsmaetrial wie Panzer und Bomben begegnen uns ständig.



Auch Schützengräben sind heute sogar noch sichtbar ..



Unterschieden wir zwischen gesperrten, oberflächlich geräumten und vollständig, also auch unterirdisch gesäuberten Gebieten. Alle drei Gebiete sind auf dem nachfolgenden Bild zu erkennen. Die Reisterrassen sind geräumt, das abgesperrte Gebiet direkt h inter der Straße wurde überhaupt noch nicht geräumt, die anderen Gebiete sind lediglich oberflächlich geräumt.

Am nächsten Morgen geht es nach Vang Vieng. Wir freuen uns schon, wartet auf uns doch ein schönes kleines Hotel direkt am Nam-Song River.
Zunächst besuchen wir aber noch die dritte freigegeben Ebene der Steinkrüge und lassen uns noch einmal die Brutalität des Krieges, der hier getobt hat, vor Augen führen. Überall sehen wir Bombenkrater.

Bombenkrater finden wir auch direkt vor dem Höhleneingang. Die Höhle ist voll mit Erinnerungen an die Toten.


Fahrt nach Vang Vieng
Dann fahren wir den Weg zurück nach Pou Khoun, dem Verkehrsknotenpunkt, nur diesmal überwiegend bergab, was die Fahrt nicht angenehmer macht. Kurz hinter Pou Khoun machen wir Mittagspause in einem Restaurant mit Aussicht auf das Karstgebirge. Auch wenn wir nur schemenhaft erahnen können, was uns erwartet, es muss toll werden.



Der Rest der Strecke bis Vang Vieng ist nicht mehr ganz soweit. War der erste Streckenabschnitt schon anstrengend, jetzt werden wir vollends gefordert. Baustelle über Baustelle und Staub, Staub, Staub.
Wir fahren durch weitere Bergdörfer, wobei wir uns fragen, wie die Bewohner den Verkehr und den Staub aushalten.





Trotz aller Hindernisse erreichen wir Vang Vieng …






Von einer Fahrt mit dem Auto oder Bus von Luang Prabang nach Phonsavan und weiter nach Vang Vieng können wir nur abraten. Zu schlecht sind die Straßen, man ist endlos unterwegs und am Ende des Tages total geschafft. Da zurzeit die Schnellbahn und eine andere Autobahn mit Priorität gebaut werden, ist hier auch mittelfristig keine Besserung zu erwarten. Im Gegenteil: wie wird die Nord-Südroute erst in der kommenden Regenzeit oder danach aussehen?
Rücksprünge:
zurück zur Startseite Laos und Kambodscha