Klaipėda und Kurische Nehrung


Als einer der wenigen östlichen Häfen, die nicht während der kalten Ostseewinter zufrieren, war Klaipėda, an der Mündung der Dana gelegen, schon immer ein begehrter Ort und einziger Seehafen Litauens.
Wir legen direkt neben dem Jachthafen an der Altstadt an.













Beim Spaziergang durch das hübsche Stadtzentrum spazieren, erkennt man den deutschen Einfluss am deutlichsten an der geradlinigen Stadtplanung, einer Festung, Fachwerkbauten, Kirchen (die die Kriege nicht überlebt haben) und breiten, gepflasterten Straßen.
Die Altstadt ist gegliedert nach den verschiedenen Handwerkern. So gibt es eine Fischer-. Bäcker, – Schuster-, Schlosser- und Schmiedgasse. Die Lindenstraße ist die breiteste.

Ein Großteil der während des Zweiten Weltkriegs zerstörten Architektur wurde wieder aufgebaut. Allerdings nicht alle Kirchen – darauf legten die Sowjets keine Bedeutung. So sind heute von der ehemals sehr schönen St.-Johanneskirche nur noch einige Trümmerreste zu sehen.
Auf dem Opernplatz befinden sich das Opernhaus mit neuem und altem Teil sowie ein kleiner Markt.








Am Ufer der Dana hat sich ein schickes Ausgehviertel etabliert mit vielen Cafés und dem restaurierten historischen Dreimaster Meridiana, zugleich Wahrzeichen von Klaipeda. 1947 im finnischen Turku gebaut, fungierte das hölzerne Schiff bis 1969 als Segelschulschiff. Nach einer Havarie musste es grundlegend renoviert werden.





Mit der Fähre kommt man nach kurzer Fahrt zum Nationalpark Kurische Nehrung, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Diese einzigartige, schmale Halbinsel von etwa 100 km Länge und zwischen 350 und 500 Meter Breite, aus Sanddünen und wunderschönen Kiefernwälder trennt die Ostsee vom Kurischen Haff. Das Haff, das durch die Mündung der Memel gespeist wird, ist etwa dreimal so,groß wie der Bodensee. Die Halbinsel ist seit Ende des 2. Weltkriegs je zur Hälfte in Besitz von Litauen und Russland. Man fährt durch endlose Kiefernwälder, die angepflanzt wurden, um die Dünen zu stabilisieren.



Wir besuchen die etwa 150 Meter hohen Große Düne, die einen herrlichen Panoramablick auf die Dünen, die Ostsee rechts und das Kurische Haff links bietet. Auch kann man in Richtung Süden den Grenzverlauf zur russischen Enklave Kaliningrad erahnen.


Neben Wilhelm von Humboldt, Lovis Corinth, konnte sich auch Jean-Paul Sartre für diese einzigartige Gegend begeistern.








Der nahegelegene Ferienort Nida ist die älteste Siedlung in der Gegend und eine Künstlerkolonie. Das Zentrum ist geprägt von alten Fischerhütten, hübschen Häusern und Gärten, traditionellen Fischerbooten und Wetterfahnen, die das Leben in vergangenen Tagen darstellen.
Thomas Mann liess sich hier ein Sommerhaus bauen und verbrachte hier die helle Jahreszeit.