Petra

Petra: Königsgräber

Die antike Nabatäerstadt Petra ist zweifelsfrei der wertvollste Schatz Jordaniens und die größte Touristenattraktion. Sie ist ein außergewöhnlicher Ort, der vor mehr als 2000 Jahren von den arabischen Nabatäern erbaut wurde. Petra war zentraler Knotenpunt der Handelsroute zwischen Mesopotamien und Ägypten.

Die Nabatäer lebten in Frieden mit den Griechen bis sie 73 v.Chr. von den Römern erobert wurden. Vom späteren Verbleib der Nabatäer ist nichts bekannt.  

Sie schnitzten ihre monumentalen Gräber, Paläste und Tempel aus den natürlichen rosafarbenen Felsen und Sandsteinen der Wüste. Die zahlreichen Höhlenraume wurden lange für Wohnstätten gehalten. Spätere Erkenntnisse besagten, dass es sich neben Tempeln, Foren und Theater ausschließlich um Grabstätten und Trauerstätten (Triclinium) handelte. 

Bisher ist nichts darüber bekannt, wo die Bevölkerung gelebt hat. Man muss sich vor Augen halten, dass die Stadt 30.000 Einwohner hatte. Aber bisher hat man nicht ein einziges Wohnhaus gefunden.

Erst 1983 wurde die letzten Siedler aus dem Gebiet umgesiedelt. Durch die dauerhafte Bewohnung des Areals über gast 2000 Jahre wurden sehr viele antike Relikte entfernt bzw. verändert. Das erschwert die archäologische Arbeit immens. 

Die antike Nabatäerstadt wurde 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt und kürzlich zu einem der sieben Weltwunder gewählt.

Vor uns liegt ein anstregender Tag. Über 10 km wird unser Weg durch die Ruinen lang sein. Es geht durch Sand und über Steine und das bei einer Temperatur von gut 30 Grad. Da kommt jede Hilfe recht, aber trotzdem sind über 20.000 Schritte für die Tour erforderlich.

Entlang des  Hauptweges, der vom Besucherzentrum zur  engen Siq-Schlucht  führt , ist etwa 1.2 km lang. Bereits hier trifft man auf zahlreiche in den Sandstein gemeißelte Grabstätten.

 

Eine Grabstätte ist mit Obelisken im Eingang verziert. Das zeigt den ägyptischem  Einfluss. Hier liegt ein hoher Herr mit seinen vier Söhnen begraben.

Auch finden sich hier die würfelförmigen Blockgräber zu Ehren Dhushara (linkes Bild), der höchsten Gottheit der Nabatäer.

Und dann stehen stehen wir vor dem Eingang der Schlucht. Ein beeidruckender Weg liegt vor uns.

Die Nabatäer waren Künstler der Wasserversorgung. Überall findet man Kanäle, Zisternen etc. Das Wasserversorgungssystem war so ausgeklügelt, dass eine Stadt mit 30.000 Einwohner versorgt werden konnte.

Manche Kanäle landeten direkt in großen Zisternen. Immer wieder findet man Filter in den Wasserleitungen, also kleine Vertiefungen, in denen sich das Geröll sammelte.

Kurz vor dem Ende der immer enger werdenden Siq Schlucht sieht man am Ende der Felsklamm plötzlich die 43 m hohe Fassade des  bekannten Schatzhauses aus dem 1.Jhd. v.Chr. Die kunstvoll  gemeißelte Fassade zeigt nabatäische Götter. Die Fassade ist 40 m hoch und zeigt korinthische Kapitellen und Friesen. Entgegen der Annahme durch die Beduinen, handelt es sich nicht um ein Schatzhaus sondern um das Grab von König Aretas III.

Tritt man aus der Schlucht, schaut man auf ein großes Theater mit 7000 Sitzplätzen. Bis auf die unteren drei sind alle Sitzreihen aus dem Felsen rausgehauen. Der Bühnenbereich wurde von den Römern erneuert. Die Nabatäer führten hier keine Theaterstücke auf, sondern nutzen das Theater überwiedend für Trauerfeiern.

Wir gehen weiter und kommen zur Römische Kolonnadenstraße, die in der Antike Geschäfte beherbergte und säulengesäumt war. Die Römer brachten also das Leben in diesen Teil der Stadt.

An der Strasse liegt der große Tempel (Qasr-al-Bint) der Nabatäer zu Ehren des höchsten Gottes Dhushara. Er steht auf einem 23m hohen Podium und ist nahezu quadratisch. Es führen 26 Marmorstufen hinauf zum Tempel. 

Direkt daneben findet man einen typischen römischen Tempel, dem großen Tempel, mit Forum, der auf einem alten Nabatäertempel errichtet wurde.

Auf einer erhöhten Felsenplattform sind die Königsgräber in einer imposanten Felswand gebaut.

Besonders vorzuheben ist das sog. Urnengrab, welches sich über 2 Stockwerke erstreckt und 4 eindruckvolle Säulen ein Architrav tragen. Aufgrund der zahlreichen Verzierungen geht man davon aus dass es zeitweise als Kirche genutzt wurde. 

Weitere Gräber sind: Seidengrab, korinthisches Grab, Palastgrab.

Wir klettern weiter den Berg hinauf, denn weiter oberhalb befinden sich die Überreste einer im 5. Jahrhundert erbauten byzantinischen Kirche. Sie wurde im darauffolgenden Jahrhundert durch ein Erdbeben weitgehend zerstört. Das Besondere ist, dass zum Bau der Kirche Materialien aus Gebäuden früherer Epochen wieder verwendet wurde. Gut wiederhergestellt sind die Bodenmosaike, die Mensch- und Tierdarstellungen enthalten und somit aus früher byzantinischer Zeit stammen.

Rücksprünge:

nach oben

Startseite Jordanien

zurück zur HOMEPGE