Vientiane

Als wir nach endloser Fahrt über löchrige Schotterpisten und Tonnen verschlucktem Staub in Vientiane ankamen, war uns sofort klar, in der Hauptstadt angenommen zu sein.  Keine großen Baustellen, Grünanlagen, mehrspurige Straßen und ein geregelter Autoverkehr.  Allerdings konnten wir erst auf den 2. Blick erkennen, warum unserer 3 Jahre alter Reiseführer uns hier noch französisches Kolonialflair versprach. Diesen Eindruck kann man in einzelnen Straßen und auf wenige Plätzen noch verspüren; durch die nahe Grenze zu Thailand wird dieses Flair jedoch weiter zunehmend schwinden und Vientiane sich immer mehr zu einer „thailändischen“ Stadt mit stinkenden Verkehr, laut, schrill und voller Leuchtreklame wandeln.

Aber es gibt auch ehrgeizige Pläne. So soll das Zentrum des alten französischen Vientiane wieder nach alten Plänen restauriert werden. Woher dazu das Geld kommen soll bleibt allerdings im Verborgenen.

In der Hauptstadt angekommen, müssen wir uns erst noch einmal mit der Geschichte des Landes beschäftigen.

Laos existiert erst seit ca. 650 Jahren (1353) und wurde zunächst durch Angkor stark beeinflusst. Luang Prabang war für ca. 200 Jahre Hauptstadt des Königreiches, bevor King Sayasetha 1560 den Regierungssitz infolge der Bedrohung durch Birma nach Vieng Chang (heute Vientiane) verlegte.

Im 18. Jahrhundert entfachte ein Bürgerkrieg, der zu einer Teilung in 3 Königreichen führte (1709-1893). Die Siamesen aus Thailand ergriffen 1779 die Herrschaft über das südliche Reich und zerstörten und plünderten bedeutende Heiligtümer der Laoten und den Königspalast in Vieng Chang.  Auch entwendeten sie den aus Gold und Jade bestehenden heiligen Buddha aus dem Wat Sisaket; heute ist er in Bangkok zu bewundern.

Unten sieht man von Siamesen geplünderte Buddhastatuen – es fehlen alle Edelsteine z.B. Augen und die goldene Kopfspitze.

 

Die Franzosen nahmen 1893 Laos als Teil von französisch Indochina ein. Damit begann eine Blütezeit, in der viele zerstörte Tempel wieder aufgebaut wurden. Diese Periode endete mit der berühmten Schlacht von Dien Bien Phu (Nordvietnam) 1954. Nach ihrer Kapitulation erklärten die Amerikaner Ihre Vorherrschaft, was letztendlich im katastrophalen Vietnamkrieg mündete.

Es wurde nie offen darüber berichtet, dass Laos ebenso wie Vietnam in den Krieg verwickelt war und die CIA von der laotischen Seite gegen den Vietkong konspirierte. Durch die Unterstützung der Lao Tat Bewegung durch den Vietkong wurde in der Grenzregion ein erbitterter Kampf unter Inkaufnahme tausender toter Zivilisten geführt.

Mit dem Ende des Krieges 1975 kam das kommunistische Regime – analog zu Vietnam – an die Macht und schottete das Land über 20 Jahre weitgehend ab. Erst 1999 begann die Öffnung und damit der wachsende Handel mit vor allem Thailand und Vietnam.  In den letzten Jahren hat allerdings China mit seinem Hegemoniebestreben durch Investitionen in Infrastruktur in vielen asiatischen Ländern an Einfluss gewonnen.

Für chinesische Touristen wurde Laos erst 2018 geöffnet. Als Zeichen der Freundschaft schenkte China Laos ein „wunderschönes“ Porzellan-Monument. Jetzt müssen die Laoten überlegen, wo sie es zukünftig verstecken. ..Und mit den Millionen chinesischen Touristen leben!

Heute hat Laos 7 Mio. Einwohner, die sich aus ca. 50 ethnischen Gruppen zusammensetzen.

Vientiane

Wir starten unsere Besichtigung von Ventiane bei dem ehemaligen Königspalast mit der Ho Pha Keo Pagode, in der der berühmte Smaragd Buddha aufgestellt war, bis die Siam nach Ihrer Eroberung 1779 den Tempel zerstörten und die heilige Buddha-Statue raubten. Sie ist heute im Tempel Wat Phra Keo nahe Bangkok zu bewundern.

Der heutige Tempel wurde durch Unterstützung der Franzosen wieder aufgebaut und  beherbergt nun ein Museum.

 

Gegenüber liegt der Tempel Wat Si Saket, der als einziger die Kriege überstanden hat. Zunächst als Hindutempel gebaut wurde, wurde er später buddhistisch weiterentwickelt. Der Tempel wird vollständig umrahmt von einem Wandelgang, der zahlreiche Buddhafiguren und Bildnisse verschiedener Stätten von Vientiane zeigt.

 

Ausserhalb befinden sich die Unterkünfte der Mönche.

Die Verkehrsachsen in Vientiane verbinden den Königspalast mit dem That Luang Platz. Dazwischen befindet sich ein Triumpfbogen, Patu Xay, Tor des Sieges, der aus neuerer Zeit stammt und  eine französisch-laotische  Stilmischung aufweist.

Weit sichtbar ragt die goldene Stupa That Luang über den Park gen Himmel.

Es handelt sich um das bedeutendste buddhistische Heiligtum, im Staatswappen abgebildet und seit Menschengedenken die bedeutendste Pilgerstätte des Landes.

Gleichzeitig ist der 45m hohe Turm Symbol für die Baukunst laotischer Tradition. Auch diese Kultstätte wurde maßgeblich zerstört und erst in der letzten Dekade wieder durch Spenden der Bevölkerung wieder hergestellt.

Nebendran befindet sich die Studienstätte für die Mönche.

Die Stupa ist der ideale Hintergrund für Hochzeiten und „Erinnerungen“.

Bevor wir zum letzten Tempel aufbrechen, befreit Bärbel erst einmal ein paar Vögel und plündert unser Urlaubskasse ( 50.000 kip)

Abschließend besichtigten wir die imposante Tempelanlage Wat Si Muang in der Nähe des Mekong.

Diese Tempelanlage schmücken Figuren aus buddhistischer und hinduistischer Mythologie.

Die Mönche beginnen bereits mit den Vorbereitungen zum abendlichen Tempelfest

Heute an unserem letzten Tag in Vientiane geht es zum Wat Xieng Khuan ein Buddha-Park am Ufer des Mekong. Dort werden Figuren aus der hinduistischen und buddhistischen Mythologie sowie der laotischen Sagenwelt ausgestellt und damit alle religiösen Entwicklungsstufen des Landes dokumentiert. Sie bilden folglich ein interessantes und spannendes Durcheinander das wir bei hohen Temperaturen ohne jede Luftbewegung tapfer ertragen.

buddhistisch:

Buddha während der Meditationsphase …

hinduistisch

 

Laotische Geisterwelt …

An unserem letzten freien Nachmittag nutzen wir das beliebteste Vortbewegungsmittel in Laos, das Tuk Tuk, denn Laufen geht bei 35Grad nicht, um noch einmal einzelne Punkte im Ort anzufahren. Im Endeffekt sitzen wir nach ungezählt vielen Tempeln lieber im Schatten eines Gartenlokals oder bei einer Massage und genießen …

 Rücksprünge:

nach oben

zurück zur Startseite Laos und Kambodscha

zurück zur HOMEPAGE