Unter diesem Namen verbergen sich eher Burgen als Schlösser aus verschiedenen Epochen, die entlang den großen Karawanenrouten entstanden sind.
Wir fahren die inzwischen sehr gut ausgebaute Fernstraße von Amman nach Osten und starten in einer savannenähnlichen Landschaft, die sich allmählich zu einer Steinwüste aus Basaltgestein verändert. Uns begleiten hauptsächlich Lastwagen mit Autos und Öl bzw. Benzin beladen, die zwischen Amman, Bagdad und Saudi Arabien verkehren. Einige befördern auch Container aus Jordaniens einzigem Hafen Aqaba.




Malerische Sandmeere sucht man in der Wüstenregion östlich von Amman vergebens. An vielen Stellen findet man noch kleine Tümpel, die von dem großen Gewitter am Sonntag übriggeblieben sind.





Wir passieren ein riesiges Flüchtlingslager, welches zur Aufnahme von 1.2 Mio Flüchtlingen aus Syrien dient, die über Irdib nach Jordanien gekommen sind. Inzwischen sind viele weitergereist. Solche Bilder kannten wir bisher nur das dem Fernsehen. Endlos viele Zelte reihen sich aneinander. Es ist mehr als bedrückend, was wir hier sehen.






Wir nähern uns der Oase Azraq vorbei an kleinen Werkstätten und Moscheen.







Kurz vor der großen Oase Al Azraq teilt sich die Straße. Wir fahren Richtung Bagdad und erreichen den Ort Al Azraq mit dem gleichnamigen ehemaligen Sumpfgebiet, welches heute überwiegend trockengefallen ist, aber noch den Status eines Feuchtlandreservates besitzt.
Das kleine verschlafene Städtchen lebt vom Durchgangsverkehr nach Saudi-Arabien und Bagdad (Irak). Bereits zu Zeiten der Karawanen war die Oase Knotenpunkt für den Verkehr zwischen der saudischen Halbinsel, Mesopotamien und Syrien.
Die schwarze Basaltfestung Qasr Al-Azraq diente als Festung dem Schutz der Karawanenroute. Außerdem diente sie dem legendären „Lawrence von Arabien“ als Unterkunft und Versammlungsort. Von hier aus organisierte er den Widerstand gegen die Osmanen und bereitete den Sturm auf Damaskus vor.





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Im weiteren Vorlauf stoßen wir auf beeindruckende Bauten aus islamischer Frühzeit, den Wüstenschlössern, die zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert durch Kalifen der Omayyaden-Dynastie erbaut wurden.

Im 8.Jhd. ließ Kalif Walid II Qasr Amra als Jagdpavillion mit Badehaus bauen. Man fragt sich natürlich, was ein Jagdschloss in dieser Gegend soll. Dieses Gebiet war im 7. Jahrhundert noch Savanne mit vielen Antilopen und damit ein schönes Jagdrevier. Hier wird uns eindrucksvoll verdeutlicht, was mit vielen Gegenden der Erde passieren wird, wenn wir die Erderwärmung nicht stoppen.




Vor dem Eingang liegt ein 24m tiefer Brunnen, der den Hamam mit Wasser versorgte.
Die Fresken im Innern zeigen sogar Menschen, was im späteren Islam niemals erlaubt war. Spätere Bilder im Islam zeigen ausschließlich geometrische und pflanzliche Motive. Die Decke der 3schiffrigen Eingangshalle zeigt sogar ein Bild einer nackt badenden Frau. Auch im Badehaus sind ähnliche Fresken zu sehen.
Auf einem Felsvorsprung erhebt sich Qasr Al-Kharana. Augrund der Lage und der Ausstattung geht man davon aus, dass die Burg als Karawanserei diente. Die Lage an der Hauptroute, die Pferdeställe und die zahlreichen Zimmer sprechen eindeutig für eine Beherbergungsstätte.













