
Nach vier Seetagen erreichen wir die westlichste Insel des Juan-Fernández-Archipels, die Alexander-Selkirk-Insel.
Die Inseln dieses Archipels sind ein chilenischer Nationalpark und tragen zudem den Titel des UNESCO-Weltbiosphärenreservat.

Bevor die Sonne aufgeht sehen wir die felsige Insel vor uns aus dem Wasser ragen. Anlanden ist hier für uns nicht möglich. Etwas entsetzt fragt Bärbel, vier Seetage für einen solchen Felsen? Lohnt sich das? Zu diesem Zeitpunkt hatte Bärbel die Schönheit der Klippen und der Natur noch nicht erahnen können, die wir erst bei Sonnenaufgang sehen.


Der chilenische Archipel liegt ca. 600 bzw. 750 km von der chilenischen Küste entfernt und besteht aus zwei Hauptinseln; Alexander-Selkirk-Insel und Robinson Crusoe-Insel. Durch rege vulkanische Tätigkeit in der geologischen Vergangenheit sowie durch Erosion sind die Inseln gebirgig mit steilen Berghängen.
Alexander-Selkirk-Insel, Chile
Die Insel Alexander-Selkirk liegt 165 Kilometer westlich der anderen Inseln des Archipels und hat eine Fläche von knapp 50qkm.
Die Insel erhebt sich steil aus dem Meer und zeigt eine zerklüftete Küste und Gipfel, die meist in den Wolken liegen.
Das Meer ist so klar, so dass wir vom Zodiac Fischschwärme sehen können. Die niedrige Temperatur fördert das Planktonwachstum, das für die Vielfalt an Fischen und Seevögeln sorgt. Hier gibt es eine große Anzahl endemischer Tierarten.
Während eines Großteils ihrer Geschichte war die Insel unbewohnt. Lediglich von 1909 bis 1930 wurde an der Ostküste eine chilenische Strafkolonie betrieben.







Es gibt lediglich eine kleine Bucht, in der in den Sommermonaten eine kleine Gemeinschaft von Hummerfischern von der Robinson Crusoe Insel gemeinsam mit ihren Familien wohnen.

Vier Tage mit teilweise hohen Wellen und viel Wind liegen hinter uns und wir erwarten wie auf der Osterinsel herausfordernde Zodiacfahrten.
Doch wie durch ein Wunder liegt heute morgen die See wie Badewasser vor uns und es ist fast windstill. Bessere Voraussetzungen für eine Zodiactour gibt es nicht.
Zunächst besuchen wir die Fischer, die den endemischen Stachelhummer, die Juan-Fernández-Languste, sowie Fische fangen. Die Fischer zeigen uns gefangene Hummerweibchen, die sie wegen der vorhandenen Eier wieder zurücksetzen. Dadurch soll der Bestand gesichert werden, da die Tiere über 7 Jahre bis zur Geschlechtsreife brauchen. Nach dem Fang werden die Hummer im Meer in Hummerkisten gesammelt und frisch gehalten.







Wir fahren weiter an verschiedenen Schiffwracks vorbei zu einem kleinen Felsen, einem kleinen Robben Island. Es handelt sich um endemische Seebären, dem Juan-Fernández-Seebären, die sich hier mit ihrem Nachwuchs sonnen.





Wenige Meter weiter begrüßen sich zwei Bullen auf ihre Art und Weise.






Robinson Crusoe Island, Chile

Robinson Crusoe Island liegt 600 Kilometer vor der Küste Chiles. Die Insel ist eine zerklüftete, vulkanische Felsenformation, auf der 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten endemisch sind. Sie ist die größte der Juan-Fernandez-Inseln.
Diese Insel hat eine wichtige Rolle in der chilenischen und weltweiten Geschichte gespielt.
Der schottische Seemann Alexander Selkirk wurde von seinem Kapitän auf der damals unbewohnten Robinson Crusoe Insel ausgesetzt, wo er sich von Fisch, wilden Ziegen und essbaren Pflanzen ernährte.


Nach über vier Jahren wurde von einem britischen Privatkriegsschiff gerettet. Trotz Selkirks etwas wechselhafter Vergangenheit wurde er bei seiner Rückkehr nach England als Berühmtheit begrüßt.
Seine Geschichte inspirierte den Schriftsteller Daniel Defoe zu seinem Roman „Robinson Crusoe“. Zu Ehren des schottischen Seemanns Alexander Selkirk wurde die zweite, größere Insel dieses Archipels nach ihm benannt.
Die Wetterprognose für den nächsten Tag ist wieder hervorragend. Sonne, keine Dünung und kaum Wind, da freuen wir uns doch auf die Fahrt mit dem Zodiac und auf einen schönen Tag auf Robinson Crusoe Island.
Was für eine Überraschung am folgenden Morgen. Die Prognose für die Dünung und Wind stimmte, aber die Wolken hängen an den Bergen und es regnet größtenteils.




Trotzdem gehen wir an Land und werden so noch einmal ordentlich nass.








